„The Lion King“ – Die Savanne Afrikas in Basel

„The Lion King“ – Die Savanne Afrikas in Basel

Vogelgezwitscher, Zirpen von Grillen und rhythmische Trommelschläge versetzten die Theaterbesucher in die Savanne Afrikas. Mit einem eindringlichen „Nants‘ Ingonyma“ verkündet der Mandrill Rafiki, eine Geistheiler- und Schamanengestalt aus Südafrika, die Geburt von Simba, Sohn des Löwenkönigs Mufasa und Königin Sarabis. Ein wahrlich magischer Moment, als sich die Tiere der Pridelands versammeln und ihren zukünftigen Herrscher willkommen heissen.

Neidvoll reagiert Scar, Mufasas Bruder, auf die Geburt des jungen Löwen, denn dieser begehrt den Königsthron selbst. Mit Hilfe von seinem üblen Gefolge, den Hyänen, lockt er Mufasa in einen Hinterhalt und tötet diesen. Scar gibt Simba die Schuld am Tod des Vaters und jagt den jungen Löwen fort. Er krönt sich selbst zum König. Simba hadert mit seinen Schuldgefühlen und trifft im Dschungel auf Erdmännchen Timon und Warzenschwein Pumbaa. Diese bringen ihm die entspannte Art des Lebens näher und werden seine Freunde. Jahre später rettet er Timon und Pumbaa vor einer jagenden Löwin und erkennt nach kurzem Kampf Nala, seine Sandkasten-Freundin, die vor Scar geflohen ist. Die beiden verlieben sich. Mit Hilfe von Rafiki entschliesst sich Simba in seine Heimat zurück zu kehren und gegen Scar zu kämpfen.

Melina M’Poy als Nala, Hope Maine als Simba
Melina M’Poy als Nala, Hope Maine als Simba

„The Lion King“ basiert auf dem gleichnamigen Disney Animationsfilm aus dem Jahr 1994 und feierte 1997 seine Broadway-Premiere im New Amsterdam Theater. 1999 folgte die Premiere am Londoner West End und 2001 die deutschsprachige Uraufführung in Hamburg. Seit dem 15. März 2015 ist das Musical noch bis Mitte August in der englischsprachigen Originalversion am Musicaltheater Basel zu erleben.

Regisseurin Julie Taymor, die sich auch für Kostümbild und Co-Design der Puppen und Masken verantwortlich zeigt, hat ein Stück voller Phantasie und magischen Momenten kreiert, auch wenn die Handlung (Buch: Irene Mecchini und Roger Aller) vorhersehbar ist und vor allem im ersten Akt unnötige Längen aufweist. Die Masken und Puppen (Michael Curry und Michael Ward) sind eine Augenweide und haben dank ihrer Originalität ihre ganz eigene Wirkung, gerade auch deshalb, weil sie von den Darstellern geschmeidig, elegant und authentisch dargestellt werden. Die Kostüme entsprechen dem Handlungsort des Stücks und enthalten afrikanische Elemente wie Schnitte, Batiken, Stile und Farbenpracht.

Ntsepa Pitjeng als Rafiki
Ntsepa Pitjeng als Rafiki

Das Bühnenbild von Richard Hudson ist einfach, ergänzt sich jedoch perfekt mit den warmen Farben und passenden Lichteffekten von Donald Holder. Die eindringlichen Popmelodien gepaart mit Afrikanischen Chorgesängen stammen aus der Feder von Elton John, Hans Zimmer und Lebo M (Musik & Vokalarrangement) sowie Tim Rice (Liedtexte). Songs wie „Circle of Life“, „Hakuna Matata“, „Can You Feel the Love Tonight“ sind bekannte Klassiker. Die gelungene und mitreissende Choreographie von Garth Fagan enthält eine Mischung aus Afrikanischem Tanz, HipHop und Ballett und fügt sich wunderbar in das Stück ein.

Ntsepa Pitjeng verkörpert Rafiki mit der nötigen Ernsthaftigkeit, einer gut dosierten Portion Humor und starker Stimme. Die Entwicklung vom übermütigen Löwenjungen, zweifelnd an sich selbst, zum zukünftigen Herrscher der Pridelands gelingt Hope Maine als Simba, mit warmer wohlklingender Tenorstimme, überzeugend. Melina M’Poy gibt Nala, Simbas Sandkasten-Freundin und spätere Königin, eindringlich und punktet durch ihre klangschöne Stimmfarbe. Fürsorglicher Vater und König zugleich ist eine Herausforderung – diesen Spagat meistert Cleveland Cathnott mit seiner Art der Darstellung als Mufasa spielerisch. Zazu, ein Hornvogel, ist königlicher Haushofmeister, Berater und Kindermädchen in Personalunion. Die Kombination von Schauspiel und Puppenspiel gelingt Meilyr Sion so authentisch, dass man Zazu mehr als Vogel wie als Mensch wahrnimmt. Die jungen Darsteller Raphael Higgins-Humes (junger Simba) und Tori Ryan (junge Nala) begeisterten in ihrer Interpretation mit Souveränität. Scar ist jedes Mittel recht, auch der Mord am eigenen Bruder, um König der Pridelands zu werden. Als Scar besticht Christopher Colquhoun durch seine starke Bühnenpräsenz und Mimik. Die Anführer der Hyänen Shenzi, Banzai und Ed werden von Tarisha Rommick, Daniel Norford und Philip Oakland gespielt.

Das insgesamt sehr spielfreudige Ensemble erweckt die Pridelands eindrücklich zum Leben und entführt den Theaterbesucher in ein lebendiges Afrika. Das Publikum quittiert dies mit Szenenapplaus, Jubelrufen und minutenlangen Standing Ovation am Premierenabend.

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