Vergnüglich und heiter: „Spamalot“ in Zürich

Vergnüglich und heiter: „Spamalot“ in Zürich

Am 17. März 2005 feierte das mehrfach ausgezeichnete Monty-Python-Musical „Spamalot“ (Musik: John Du Prez und Eric Idle, Text: Eric Idle), basierend auf dem Film „Die Ritter der Kokosnuss“ am Broadway seine Uraufführung. Die Ritter aus Camelot haben jetzt auch in der Schweiz Einzug gehalten, die Schweizer Erstaufführung fand im Theater am Hechtplatz in Zürich statt.

„Spamalot“ in Zürich, Foto:Christian Knecht

Doch worum geht es in dem Musical? Es spielt im England um das Jahr 932 nach Christus. Gott (genial: Viktor Giacobbo) beauftragt König Arthus, den Heiligen Gral zu finden. Und so macht sich dieser zuerst auf die Suche nach seinen Rittern der Tafelrunde, um schließlich den Gral zu finden. Unterstützt wird er dabei von der Fee aus dem See. Eine heitere Reise durch England und die Wälder rund um Camelot beginnt – wild, schräg und voll schwarzem Humor. Fliegende Kühe, ein mordendes Kaninchen und feindliche Raubritter stellen sich König Arthus, seinem Diener Patsy und den Rittern der Tafelrunde in den Weg. 

In der Schweizer Produktion werden Politiker auf die Schippe genommen, Arthus‘ Diener Patsy spricht Schweizerdeutsch und viele typische Gepflogenheiten finden, wunderbar im Text verknüpft, ihren Platz. König Arthus verfällt in seiner Ungeduld ebenfalls hin und wieder ins Schweizerdeutsch, und die Fee aus dem See fragt sich: „Was isch nu worde us mim Part?“ Das Musical, das Arthus für die Ritter von Ni aufführen muss, spielt natürlich in Zürich. Der „Starsong“ wurde von Roman Ricklin ins Schweizerdeutsch übersetzt – und so haben Schweizer oder in der Schweiz lebende Persönlichkeiten wie Tina Turner, Vreni Schneider, Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch, Alt-Bundesrat Merz und der Eiskunstläufer Stephan Lambiel einen Platz im Lied gefunden.

Regisseur Dominik Flaschka gelingt es, das Stück dem Humor entsprechend auf die Bühne zu bringen – die Schweizer Parts (aktuelles Schweizer Raubgut: Domenico Blass) hat er wunderbar im Stück eingebaut. Die Choreografie von Jonathan Huor sorgt für pure Unterhaltung und ergänzt sich hervorragend mit der Regie. Auch die Steppeinlagen von Daniel Borak sind gut ins Stück integriert worden. Das Bühnenbild von Simon Ehrenbaum und die Kostüme von Charles Cusik Smith und Phil R. Daniels sind der Handlung entsprechend, und sogar das Zürcher Großmünster hat im Bühnenbild Platz gefunden. Die sechsköpfige Band (Musikalische Leitung: Hans Ueli Schlaepfer), die direkt vor den Zuschauerrängen ihren Platz gefunden hat, bringt die Songs des Stücks schmissig zu Gehör.

 

„Spamalot“ in Zürich, Foto:Christian Knecht

Eric Hättenschwiler zeigt als König Arthus eine überzeugende Leistung, denn sein Schauspiel ist ebenso sicher wie seine Stimmführung. Die Pointen bringt er auf den Punkt, ohne dass sie aufgesetzt wirken. Eine ebenso hervorragende Leistung gelingt Sandra Studer als Fee aus dem See. Mit ihrer starken und gefühlvollen Stimme kann sie begeistern, ihr Solo „Was isch nu worde us mim Part?“ ist ein Highlight des Abends. Als Arthurs Diener Patsy ist Fabio Romano zu sehen, der von Arthus nicht wirklich wahrgenommen wird. Denn Arthus ist der Meinung, immer allein zu sein. Sein mitreißendes „Always look on the bright Side of Life“, das er zusammen mit Arthus, den Tafelrittern und den Rittern des Ni interpretiert, begeistert das Publikum. Ebenfalls stark agiert Tino Andrea Honegger als Sir Lancelot, der aber auch als französischer Spötter gefällt. 

 

Insgesamt begeistert letztendlich das gesamte Ensemble von „Spamalot“ und sorgt für einen kurzweiligen und höchst unterhaltsamen Theaterabend. Was in Zürich gezeigt wird, ist beste Unterhaltung. Zum Schluss gibt es Tränen vor Lachen und tosenden Beifall für ein intelligentes Musical, das für Vergnügen und Heiterkeit von der ersten bis zur letzten Minute sorgt.

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