Die Päpstin – Fulda – 2011

Die Päpstin – Fulda – 2011

PäpstinWieder einmal führte mich mein Weg nach Fulda zur Derniere des Musicals ‚Die Päpstin‘. Eigentlich wollte ich das Stück nur einmal sehen, denn Fulda liegt leider nicht gerade um die Ecke.

Am Samstag starteten wir gegen 11 Uhr in Richtung Fulda, denn diesmal wollte ich mir noch etwas die Stadt ansehen. In Fulda angekommen ging es erst mal zum Hotel, welches mitten in der Altstadt von Fulda lag. Kurze Zeit später machten wir uns auf den Weg, um von Fulda noch etwas mehr zu sehen ausser Theater und Schlosspark. Kirchen, verwinkelte Gassen und sehr viele schöne alte Gebäude. Kurz und Gut, ein wirklich schönes Städtchen und absolut Sehenswert.

Auf gings zum Theater. Dort bekamen wir eine Besetzungsliste. Laut Liste sollte eigentlich Mathias die Vorstellung spielen, auf der Bühne stand später jedoch Dennis als Markgraf Gerold. Hatte nichts dagegen, denn ich sah beide sehr gerne. Aus Reihe 2 konnte ich meine vorletzte Vorstellung richtig geniessen. Das Theater war wieder komplett ausverkauft, wie jedes Mal wenn ich in Fulda war. Kein Wunder bei einem so tollen Musical. Auch die Cast ist ganz hervorragend und es bleibt zu hoffen, dass viele der Cast-Mitglieder auch im nächsten Jahr wieder dabei sein werden. Es wäre wünschenswert! Das Theater in Fulda gefällt mir persönlich sehr gut. Die Bühne ist in manchen Szenen etwas zu klein, jedoch mit der Lösung der Drehbühne wurden die Szenenwechsel hervorragend gelöst. Allerdings ist der Platz bei den Tanzszenen doch beschränkt, aber als störend empfinde ich es nicht. Ganz toll gemacht finde ich den Jahrmarkt von St. Dennis. Auch das Lichtdesign wurde hervorragend in die einzelnen Szenen eingebunden. Die Musik des Stücks gefällt mir persönlich recht gut, es macht Spass zuzuhören. Besonders sind mir ‚Wehrlos‘, ‚Ein Traum ohne Anfang und Ende‘ sowie ‚Das bin ich‘ im Gedächtnis geblieben. Im Vergleich zu den ersten Vorstellungen die ich in Fulda gesehen habe, wurde im 1. Akt noch an den Übergängen während der Szenenwechsel gearbeitet.

Für die, die das Musical noch nicht sehen konnten, möchte ich den Inhalt zusammenfassen.

1. Akt
In der ersten Szene sieht man wie Päpstin Johanna an ihrer Ernennung zum Papst zweifelt. Auch wird deutlich, dass sich Johannas Vater alles andere als über die Geburt seiner Tochter freut. Die kleine Johanna sitzt mit ihrer Mutter in der Lehmhütte und diese erzählt ihrer Tochter von den Göttern ihrer Heimat. Dies sehr zum Missfallen von Johannas Vater. Es wird bereits deutlich, dass Johanna ein sehr kluges Kind ist, voller Neugier und Wissensdurst. Arsenius und sein Sohn Anastasius, Johannas späterer Widersacher, versuchen die Geschicke im Lateran-Palast durch Bestechung zu lenken. Als dies nicht wie vorgesehen klappt, muss Anastatius mit ansehen, wie der bestochene Priester umgebracht wird, als er nicht auf den Wunsch von Arsenius eingeht. Anastasius wird von seinem Vater nach Aachen an die Scola geschickt. Mit den Jahren verschafft er seinem Sohn Zugang zum Kaiserhof. Alles um Anastasius den Weg zum Papstthron zu ebnen. Als Aeskulapius Johannas Bruder Johannes zur Domschule mitnehmen will, stellt er fest wie klug Johanna ist und macht dem Dorfpriester das Angebot Johanna mitzunehmen. Dieser ist jedoch überhaupt nicht einverstanden und weist Aeskulapius fort. Johanna wir von ihrem Vater als Wechselbalg, ein Kind des Satans, beschimpft. Nachts laufen Johanna und Johannes von zu Hause weg, um mit Aeskulapius nach Dorstadt zu gehen. In Mitten einer Feier von Bischof Fulgentius kommen die Kinder mit Aeskulapius in Dorstadt an. Aeskulapius ersucht Fulgentius auch Johanna an der Domschule aufnehmen zu dürfen. Dies scheint zunächst nicht möglich, aber Johanna wird durch den Vorschlag von Markgraf Gerold von Anastasius auf die Probe gestellt. Durch ihren klugen und wachen Geist stellt sie Anastasius vor allen bloss und schafft es dadurch an der Domschule aufgenommen zu werden. Jedoch hat sie dort keine einfache Zeit. Ihr Bruder und ihre Mitschüler machen ihr das Leben schwer. Aeskulapius fördert Johanna wo er nur kann. In Markgraf Gerold hat sie ebenfalls einen Unterstützer gefunden. Eines Tages teilt Aeskulapius der zur jungen Frau herangewachsenen Johanna mit, dass er Dorstadt verlassen muss da er an den päpstlichen Stuhl nach Rom berufen wurde. Gerold lädt sie darauf hin ein, ihn und sein Gefolge an Jahrmarkt nach St. Dennis zu begleiten. Johanna freut sich darüber sehr und fällt Gerold um den Hals. Dieser ist sichtlich irritiert. Auf dem Jahrmarkt kauft Gerold für Johanna ein Stück Pergament. Johanna entdeckt darauf eine antike griechische Konstruktion und bittet Gerold diese gemeinsam nachzubauen. Eine Wahrsagerin prophezeit Johanna im Leben eine glückliche aber auch schwere Zeit. Als Überraschung für Johanna hat Gerold die antike griechische Konstruktion alleine nachgebaut. Längst empfinden beide mehr füreinander als nur Freundschaft. Gerold teilt Johanna mit, dass er vom Kaiser zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen ernannt wurde und deshalb fort gehen wird. Er verspricht Johanna bald wieder zu kommen. Der Kuss zwischen Johanna und Gerold wird von dessen Frau Richhild beobachtet. Am Kaiserhof in Aachen kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Gerold und Anastasius. Beide können sich von Anfang an nicht leiden, den Gerold hat das Spiel von Anastasius, der selbst mit aller Macht Papst werden will, durchschaut. Während Gerolds Abwesenheit, arrangiert Richhild die Hochzeit zwischen Johanna und dem Sohn des Hufschmieds. Wenn Bischof Fulgentius Johanna nicht mit dem Sohn des Hufschmieds verheiratet, wird Richhild ihrem Vetter, der die Synode zu Aachen leitet, von seiner Auslegung des Keuschheitsgelübdes berichten. Richhild erzählt Johanna, dass die Heirat auf Gerolds Wunsch geschieht. Während der Hochzeit wird Dorstadt von den Normannen überfallen. Bis auf Johanna werden alle Hochzeitsgäste in der Kirche getötet. Johanna nimmt sich der Kleidung ihres Bruders Johannes an und schneidet sich die langen Haare ab.

2. Akt

Johanna ist als Johannes ins Kloster Fulda eingetreten. Dank dem dortigen Abt Rabanus kann sie die Schriften der grossen Griechen studieren und leistet als Arzt hervorragende Arbeit. Anastasius kehrt nach seiner Zeit in Aachen nach Rom zurück. In Mariozas Bordell werden die nächsten Schritte besprochen, um Anastasius dem Papstthron näher zu bringen. Eines Tages taucht Johannas Vater im Kloster auf. Dieser erkennt seine Tochter, doch bevor er sie verraten kann erleidet er einen Herzinfarkt. Rabanus, der den Streit mitbekommen hat, weiss nun, dass Johannes eigentlich Johanna heisst. Er versieht sie mit einem Auftrag und schickt sie nach Rom. In Rom erwirbt sich Johanna als ‚Johannes Anglicus‘ innert kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf als Arzt. Als Papst Sergius schwer erkrankt, wird Johanna von Aeskulapius in den Lateran Palast geholt. Dieser erkennt Johanna und verspricht ihr, das Geheimnis für sich zu behalten. Papst Sergius geniesst die Gesellschaft von Johanna und ernennt sie zum neuen Nomenklator. Sehr zum Missfallen von Anastasius, der mittlerweile Kardinal ist. Kaiser Lothar ist immer noch verärgert, dass Sergius für seine Wahl zum Papst nicht das kaiserliche Einverständnis eingeholt hat. Er marschiert mit seinen Truppen nach Rom. Gerold leidet nach all den Jahren immer noch darunter, dass Johanna nicht mehr Teil seines Lebens ist. Um Rom vor den kaiserlichen Truppen zu schützen, lässt Johanna die griechische Konstruktion für den Eingang zur Kirche nachbauen. Als die Konstruktion funktioniert, muss Kaiser Lothar die Wahl von Papst Sergius anerkennen, da seine Truppen an ein göttliches Wunder glauben. Er bricht mit Anastasius. Gerold erkennt die Konstruktion sofort und sieht auch Johanna. Er kann sein Glück kaum glauben, ist jedoch schockiert als er sieht, dass Johanna als Mann verkleidet lebt. Da er sie aber nicht noch einmal verlieren will, schwört er bei ihr zu bleiben. Arsenius hat bereits die nächste Intrige gegen Papst Sergius geplant. Eine Intrige die dieser nicht überleben wird. Damit Johanna den Papst nicht retten kann, wird sie von Marioza ins Bordell bestellt, da diese angeblich krank ist. Marioza ‚verführt‘ Johanna und diese Szene wird von Wachen beobachtet. Daraufhin wirft man Johanna ins Gefängnis. Nach dem Ableben von Sergius wird Johanna zum neuen Papst gewählt. Der Plan von Arsenius und Anastasius geht nicht auf. Indes kann es Gerold nicht fassen, was passiert ist. Für Rom ist die Wahl von Johanna zum Papst ein Segen. Die Stadt blüht wieder auf und Johanna geht in ihrer Berufung auf. Anastasius versucht mit weiteren Intrigen Johanna das Leben schwer zu machen. Mit Gewalt versucht Anastasius endlich den Papstthron zu besteigen. Johanna, die von Gerold schwanger ist, verspricht diesem nach der Osterprozession mit ihm zu fliehen. Gerold wird während der Prozession von Anastasius umgebracht. Durch den Schock verliert Johann ihr Kind und muss sich als Frau zu erkennen geben. Johanna stirbt an den Folgen der Fehlgeburt. Trotz dessen das mit Johanna eine Frau auf dem Papstthron sass, wird sie vom Volk verehrt. Bei der neuen Papstwahl gelingt es Anastasius wieder nicht zum Papst gewählt zu werden. Er bleibt bis zu seinem Lebensende Kardinal und verfasst die Chroniken der Päpste. Johanna kommt darin nicht vor.

Die Cast
Da ich das Stück mehrmals gesehen habe und daher in den einzelnen Rollen unterschiedliche Darsteller hatte, werde ich die Rollen aufzählen und dann was zu den Darstellern schreiben.

Kinderdarsteller (Kl. Johanna/Kl. Johannes/Klosterschüler)
Wow, vor der Leistung muss ich echt sagen Hut ab. Egal wen von den Kindern ich gesehen habe, möchte ich sagen, dass ich alle super fand. Es ist immer schwer über Kinder zu schreiben, daher sag ich einfach 1+ mit Sternchen!

Ensemble
Möchte euch als Erstes die Ensemble-Mitglieder aufzählen: Matthias Bollwerk, Janna Blaurock, Niklas-Philipp Gertl, Tabea Grün, Lars Rindelaub, Evita Komp, Stephan R. Przywara, Yasuko Kayamori, Sascha Kurth, Laura Stecher, Wolfgang Schwingler, Petra Roth, Dennis Henschel, Alexandra Farkic, Marcel Floruss, Jenny Schlensker.
Ich kann nicht über jeden was schreiben, zumal auch einige in den Hautrollen noch auftauchen werden. Das ganze Ensemble war einfach super und man hat ihnen die Spielfreude jedes Mal angemerkt. Dennoch möchte ich ein paar noch zusätzlich erwähnen.

Matthias Bollwerk bleibt mir vor allem als ‚Gaukler‘ auf dem Jahrmarkt in Erinnerung. Toll wie er das mit dem Jonglieren und den kleinen ‚Zaubertricks‘ gemacht hat. Auch als Quacksalber hat er mich immer zum Lachen gebracht.

Niklas-Philipp Gertl / Yasuko Kayamori haben u.a. die Raben gespielt. Ganz toll gemacht mit viel Eleganz. Ich war immer total fasziniert! Yasuko fand ich als Nonne noch klasse.

Evita Komp bleibt mir als heilige Katharina in Erinnerung. Vor allem wegen ihrem super schönen Sopran Stimme.

Lothar & Thomas
Bis auf eine Vorstellung hatte ich immer Markus G. Kulp in dieser Rolle. Er hat das ganz toll gespielt. So unterschiedlich diese beide Rollen sind, so unterschiedlich hat er diese auch dargestellt. Hat mir immer sehr gut gefallen! In einer Vorstellung hatte ich Sascha Kurth. Als Kaiser Lothar war mit Sascha etwas zu jung, aber tolle Leistung.

Vater & Sergius
Norbert W. Conrads – einfach nur grandios. Als Vater hat man ihm den ganzen Hass auf Johanna abgenommen. Sein Solo ‚Wechselbalg‘ trug er stimmlich kraftvoll und überzeugend vor. Echt toll! Das totale Gegenteil war er als Sergius. Beide Rollen hat er hervorragend ausgefüllt. In einer Vorstellung hatte ich auch Markus in den beiden Rollen. Auch er hat mir gut gefallen, allerdings fand ich ihn sowohl als Vater als auch als Sergius etwas zu jung.

Arsenius
In allen Vorstellungen von Jogi Kaiser gespielt. Fehlte mir am Anfang noch etwas die Hamonie zwischen ihm und Christian Schöne, gefiel er mir von Mal zu Mal besser.

Aeskulapius
Daniele Nonnis kannte ich vorher nicht. Er ist einer der Darsteller die sich in mein Herz gespielt und gesungen haben. Er hat die Rolle mit sehr viel Spielleidenschaft ausgefüllt und auch gesanglich immer top. Auch seine Auftritte als Erzähler und seine Abschluss-Reden zum Schluss waren toll! Ich hätte mir gewünscht, dass er gerade als Erzähler noch mehr Auftritte in dem Stück hat.

Richhild
Tabea Grün spielte bei mir in allen Vorstellungen. Eine sehr kleine Rolle, doch eine wichtige. Super Schauspielleistung!

Fulgentius & Rabanus
Auch Dietmar Ziegler gehört zu den Darstellern, die sich mir ins Herz gespielt haben. Er hat den zügellosen Bischof Fulgentius hervorragend dargestellt. Mehr im Gedächtnis bleibt er mir allerdings als Abt Rabanus. Einfühlsam und berührend zugleich. Sein Solo ‚Hinter hohen Klostermauern‘ ist einfach grandios. Tolle Stimme!

Gudrun & Marioza
Isabel Dörfler (Mutter & Marioza), Petra Roth (Mutter) und Alexandra Farkic (Marioza) durfte ich in diesen Rollen erleben. Gefallen hat mir an Isabell besonders die Art wie sie die Mutter gespielt hat, sehr einfühlsam im Schauspiel. Auch gesanglich bei den ‚Boten der Nacht‘ hat sie mich wirklich überzeugt. Als Marioza bin ich mir nicht sicher. Vielleicht lag es auch daran, dass ich ihre Version des Liedes ‚Die Cäsarin von Rom‘ nicht ganz so toll fand. Petra Roth hat mir gut gefallen, jedoch hat mir sowohl im Schauspiel als auch im Gesang ein bisschen was gefehlt. Grandios hingegen war Alexandra Farkic als Marioza. Einfach der Hammer! Ihre Version der ‚Cäsarin von Rom‘ war super gesungen und auch Schauspielerisch hat sie die Rolle super gespielt!

Anastasius
Ganz hervorragend Christian Schöne in dieser Rolle, den ich in allen Vorstellungen hatte. Gesanglich einfach super. Durch seine intensive Darstellung der Rolle, konnte er zum Schluss, als er sich von seinem Vater abwendet, nicht mehr richtig zulegen. Das fand ich ein wenig schade.

Gerold
Zu meinem Glück hatte ich sowohl Dennis Henschel als auch Mathias Edenborn in dieser Rolle gesehen. Beide ganz hervorragend und jeder auf seine Weise super! Dennis fand ich vom Alter her etwas zu jung für diese Rolle. Gesanglich und Schauspielerisch her hat er mich absolut überzeugt. Mathias gefällt mir persönlich besser als Gerold. Aber das sind bestimmt noch die Fiyero Nachwirkungen 😉 Nein im Ernst…ich fand er hat die Rolle noch intensiver gespielt und gesanglich ist Mathias einfach klasse!

Johanna
Das Glück war auch hier auf meiner Seite. Ich durfte Sabrina Weckerlin, Eveline Suter und Alexandra Farkic als Päpstin sehen. Das tolle ist, dass jede der Damen die Rolle anders spielt. Sabrina hat eine grandiose Stimme. Das Schauspiel von Sabrina war ebenfalls toll. Alexandra hat der Rolle einen sensibleren Touch gegeben. Was mir sehr gefiel. Gesanglich kann sie zwar mit Sabrina und Eveline nicht ganz mit in der Rolle der Päpstin, aber es hat mir sehr gut gefallen! Eveline Suter ist die nächste im Bunde, die sich mir ins Herz gespielt hat. Ihre Stimme hat mich berührt. Da ist ein Gefühl, welches ich nicht richtig in Worte fassen kann. Das schaffen nur sehr wenige Darsteller bei mir. Zudem hat sie eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Man hat sie auf der Bühne regelrecht gespürt/gefühlt…ich weiss gar nicht wie ich das beschreiben soll. Meine persönliche Nummer 1 als Päpstin.

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