Mitreißend: „Mamma Mia!“ in Basel

Mitreißend: „Mamma Mia!“ in Basel

Man nehme die Songs einer der erfolgreichsten Pop-Bands aus den 1970er Jahren und verpacke diese in einer unterhaltsamen Geschichte – heraus kommt ein Gute-Laune-Musical, das aber durchaus auch berührende Momente hat. Im Jahr 1999 feierte „Mamma Mia!“ in London seine Uraufführung (Regie: Phyllida Lloyd, Choreografie: Anthony van Laast) und wurde seitdem von über 54 Millionen Menschen weltweit gesehen. Seit 15. Mai 2014 ist die internationale Tour im Musicaltheater Basel (Schweiz) in englischer Sprache zu sehen und spielt dort noch bis zum 8. Juni.

„Mamma Mia“ in Basel

Sophie möchte ihre große Liebe Sky heiraten und lädt zu ihrer Hochzeit ihre drei möglichen Väter ein, im Glauben, ihren Vater auf Anhieb zu erkennen. Leider funktioniert dieses Unterfangen nicht wie geplant und führt zu einigen Verwirrungen und neuen Erkenntnissen, die das Leben der Protagonisten auf der griechischen Insel auf den Kopf stellen. Die Handlung hat ein paar Längen, wird jedoch von der wunderbaren Musik von Abba getragen. Die Band (Musikalische Leitung: Carlton Edwards) besteht aus sieben Musikern, welche die Pop-Songs zu Gehör bringen. Ein Teil der Einspielungen stammen allerdings vom Band.

Für Donna Sheridan, alleinerziehende Mutter von Sophie, ist das Kapitel „Sophies Vater“ eigentlich abgeschlossen. Allerdings hat sie nicht mit dem Plan ihrer Tochter gerechnet. Sara Poyzer weiß als Donna mit ausdrucksstarker Stimme und guter Bühnenpräsenz überzeugen. Donnas beste Freundinnen Rosie und Tanya finden sich ebenfalls für die Hochzeit auf der Insel ein und stehen Donna zur Seite. Sue Devaney als Rosie und Geraldine Fitzgerald als Tanya gefallen mit wohlklingen Stimmen. Die Harmonie der drei Damen stimmt, die Pointen sitzen und sorgen für einige Lacher im Publikum.

Victoria Serra als Sophie wie auch Bart Edwards als Sky können ebenfalls überzeugen. Beide agieren mit überzeugender Spielfreude und klangschönen Stimmen. Ali (Sally Frith), Lisa (Jasmin Colangelo), Pepper (Kade Ferraiolo) und Eddie (Ashley Luke Lloyd) sind die Freunde von Sophie und Sky. Sie sind eine tatkräftige Unterstützung, stiften aber auch Chaos. Für Begeisterung sorgt der Auftritt von Pepper und Tanya mit dem Lied „Does your Mother know“, als dieser erfolglos versucht, Tanya Avancen zu machen.

Sam Carmichael, Harry Bright und Bill Austin – einer der drei Herren ist Sophies Vater. Nur wer? Diese Frage ist nicht so einfach zu klären. Ahnungslos reisen sie nach der Hochzeitseinladung auf die griechische Insel und erleben einige Überraschungen. Richard Standing als Sam, Keiron Crook als Harry und Michael Beckley als Bill gefallen mit ihren kräftigen durchdringenden Stimmen und ihrem gekonnten Schauspiel. Die Songs „SOS“, „Our last Summer“ und „Take a Chance on me“ gefallen dabei richtig gut.

Für eine Tour ist das Bühnenbild von Mark Thompson zweckdienlich ohne Besonderheiten. Für die Vorstellung, dass die Handlung auf einer griechischen Insel spielt, benötigt es allerdings ein wenig Fantasie. Das gelungene Lichtdesign von Howard Harrison wirkt unterstützend zum Bühnenbild und setzt dies ergänzend schön in Szene. Die Kostüme passen zum Stück. Toll anzusehen sind die bunten Schlaghosen und Plateausohlenschuhe im Finale. Die Tonabstimmung im Theater Basel ist gut gelungen. Aufgrund der Tatsache, dass es eine internationale Tour ist, wurde auf regionale Anpassungen im Stück verzichtet.

Das stark agierende Ensemble überzeugt mit guter Leistung und starken Stimmen auf ganzer Linie. Letztendlich überzeugt „Mamma Mia!“ durch die mitreißenden Songs von Abba, die wunderbar in die Geschichte integriert sind. Das Publikum in Basel spendet minutenlange stehende Ovationen – und beim Finale hält es wohl niemanden mehr auf seinem Sitz.

Fotogalerie:
„Mamma Mia“ Internationale Tour in Basel

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