Kurz nachgefragt bei Rory Six zum Musical „Wenn Rosenblätter fallen“

Kurz nachgefragt bei Rory Six zum Musical „Wenn Rosenblätter fallen“

Mit „Wenn Rosenblätter fallen“ handelt von Liebe und Zuneigung, die Menschen im Anzeichen einer unheilbaren Krebsdiagnose vor Herausforderungen stellt. Sowohl vor als auch nach dem Tod. Im Rahmen der Aufführung des Stücks im Kehrwieder Theater Hamburg hat Musicalstories & Photography bei Rory Six kurz nachgefragt.

Wie geht man musikalisch eine solche Thematik an, um sie für ein Musical umzusetzen? Über die musikalische Umsetzung wurde lange diskutiert. Man hätte das ganze Stück schräg komponieren können, aber da haben wir uns dagegen entschieden. Wir wollten für dieses Stück Songs schreiben. Der Grundgedanke war, dass jeder Song eine kleine Geschichte für sich erzählt.

Welche Gesichtspunkte müssen beim Schreiben der Musik berücksichtigt werden um diesem Thema musikalisch umzusetzen, um auch die Emotionen richtig rüber zu bringen?

Das ist eine Gefühlssache. Es gibt Komponisten, die setzten sich hin und denken sich was aus. Persönlich funktioniert diese Herangehensweise für mich nicht. Ich muss immer wissen, wo wir in der Geschichte sind, was braucht diese Person, worüber soll es handeln und dann fange ich an zu schreiben. Es ist durchaus möglich, dass der Text schon komplett vorhanden ist oder nur Gedanken vorhanden sind. Durch solche Gedanken ist z.B. auch das neue Frauenduett „Teil von dir“ im Stück entstanden.

Wie beschreibt man Besten die Musik von „Wenn Rosenblätter fallen“‘?

Vom Stil wurden die Lieder von Rose (Tills Mutter) eher im Chanson-Bereich angeordnet. Till hat eher die stärkeren Lieder bekommen und Iris die typischen Uptempo-Songs.

Um dieses Thema als Darsteller umzusetzen, braucht es starke Schauspieler, da dieses Stück auch emotional sehr fordernd ist. Worauf achtet man da bei der Zusammensetzung der Cast?

Die Auswahl der Darsteller erfolgt nach ganz viel Gefühl. Carin Filipčić hatte bereits den Workshop in Wien gemacht. Wir wussten, dass Carin diese Rolle spielen kann und daher musste sie keine Audition mehr machen. Jana konnte ich mir gut in der Rolle der Iris vorstellen, daher habe ich sie gefragt, ob sie eine Audition für die Rolle machen möchte. Stefanie Köhm und Dirk Johnston mussten ebenfalls eine Audition machen. Es kommt auch darauf an, ob die Darsteller, die zu einer Audition kommen, zum Typ der Rolle passen.

Viele Menschen verbinden Musical mit ‚Beine hochlegen‘ und sich amüsieren. Nicht so bei dem Thema dieses Stückes. Was erwartet den Zuschauer, wenn er sich dieses Musical ansieht?

Die Zuschauer sollen mit der Geschichte oder mit Grundgedanken mitgenommen werden. Unser Ziel war es die Leute zu berühren. Ich glaube, dass uns dies mit diesem Stück gelungen ist. Wichtig war Kai und mir auch, die Fallhöhen in diesem Stück deutlich werden zu lassen. In der einen Szene ist man fröhlich und positiv (Iris: „Ich krieg dich rum“) und in der darauffolgenden Szene sieht man die extremen Folgen der Chemotherapie. Genau diese Achterbahnfahrt ist es, denke ich, die die Leute auch so bewegt. Interessant waren auch die Rückmeldungen der Zuschauer, die ich oder auch die Darsteller erhalten haben. Fast jeder verbindet eine persönliche Geschichte mit diesem Stück. Viele sagten, dass ihnen die Geschichte ein Stück weit geholfen hat, diese Erlebnisse zu verarbeiten. Es ist schön, dass Theater sowas erreichen kann. Zurzeit gibt es meiner Meinung nach kein Stück, aus welchem die Leute raus kommen und sich erst mal zu Hause hinsetzten, runter kommen und ihre Gedanken sortieren müssen. Trotzdem sind die Reaktionen durchweg positiv.

Thema Kritiken…Werden diese gelesen und wenn ja wie beeinflussen diese eine Produktion?

Man liest Kritik und man nimmt sie auch wahr. Kritiken sind immer Meinungen verschiedener Leute. Aber einen Einfluss auf die Arbeit haben die Kritiken nicht. Wichtig ist, dass ich oder wir als Autoren mit der Arbeit zufrieden sind. Man muss sich selbst treu bleiben, sich gegenüber immer Selbstkritisch sein und offen für Änderungen bleiben. Theater soll für das Publikum gemacht werden und nicht um der Kunst willen.

Nach Hamburg folgen Mannheim, Datteln und Wien. Gibt es schon Pläne wie es danach weitergeht?

Für weitere Schritte haben wir viele Gedanken. Wir möchten das Stück gerne weiter auf Tour schicken und würden gerne Theater wie das KATiElli Theater (Datteln) ansprechen, die das Stück gerne einkaufen. Ein weiterer Gedanke ist eine englische Fassung des Stücks, um es in England aufzuführen. Das sind soweit mal die Pläne. Erste Kontakte sind geknüpft, alles weitere bleibt abzuwarten.

Die Geschichte basiert ja auf einem Jugendbuch. Man könnte doch da auch Schulen ansprechen, die das Stück als Unterrichts-Begleitung ansehen.

Schulklassen waren ja schon in unserer Generalprobe. Der erste Gedanke von Kai und mir war, dass das Stück nichts für Jugendliche ist. Komischerweise haben wir festgestellt, dass dies genau deren Humor ist und sie auch die Musik toll finden. Zwar waren die Jugendlichen nach dem Stück fix und fertig, aber auch total begeistert. Wir haben ihnen auch die entsprechende Begleitung angeboten und ihnen die Möglichkeit gegeben, nach der Aufführung mit uns zu sprechen und Fragen zu stellen. Wir wollen da auch im Bereich Schulförderung mal schauen, ob man in dieser Richtung was machen kann.

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