Kurz nachgefragt: Eveline Suter

Kurz nachgefragt: Eveline Suter

Eveline Suter spielt zurzeit die Eliza Doolittle im Musical „My Fair Lady“ auf der Walenseebühne in der Schweiz. Im Rahmen der Premiere hat Musicalstories & Photography bei der Darstellerin mal kurz nachgefragt.

Sie bezeichnen Eliza Doolittle als eine Ihrer absoluten Traumrollen. Wieso?
Als ich so zwölf Jahre alt war, hat meine Mutter das Video von „My Fair Lady“ aus der Bibliothek nach Hause gebracht. Mich hat das total gepackt und ich habe den Film immer wieder geschaut. Die Kostüme und vor allem die Hauptdarstellerin Audrey Hepburn sind für mich bis heute eindrücklich. Ich finde, sie ist eine der schönsten Frauen, die es je gab. Das hat mich einfach verzaubert.

Audrey Hepburn hat damals die Hauptrolle im Film gespielt. Sie war eine der besten Schauspielerinnen in den 1950er und 1960er Jahren. Nimmt man Hepburn als Vorbild oder sucht man seinen ganz eigenen Weg? Schaut man sich den Film noch mal an?
Es ist gefährlich, vom Film abzuschauen, weil man es auf einer Bühne ganz anders umsetzen muss. Es ist mir schon passiert, es wie sie sehr ruhig zu machen, aber das funktioniert auf einer Bühne nicht. Vor allem nicht auf einer so großen Bühne mit vielen Zuschauern. Da musste ich vom Film auf die Bühne umdenken. Alles viel größer, dramatischer und fröhlicher und so weiter. Natürlich habe ich den Film vorher noch zwei- bis dreimal angeschaut.

Vor zwei Jahren haben Sie in Walenstadt bei „Tell“ mitgespielt. Nun sind auch wieder viele Kollegen mit dabei. Wie ist das, wenn man wieder zusammen spielen kann? Wie eine Art Familie?
Teilweise ja. Gerade mit einem Kollegen, den ich vor zehn Jahren in Füssen kennen gelernt habe. Er fand mich damals immer so still und arrogant. Dabei war ich nur schüchtern, weil ich ihn auf der Bühne so toll fand. Zwei Jahre später hat er mir das auf der „Tanz der Vampire“-Premiere in Hamburg mal erzählt. Jetzt ist er hier mit dabei – genauso wie viele andere Kollegen. Es ist wirklich eine tolle Cast. Das kann ich von ganzem Herzen sagen.

Mit dem Regisseur Stanislav Mosa machen Sie bereits die vierte Produktion zusammen. Was ist das besondere an seiner Arbeit als Regisseur, dass man auch immer wieder gerne mit ihm zusammenarbeitet?
Wir schätzen uns gegenseitig. Es ist eine tolle Arbeit mit ihm. Er ist locker und er ist nicht einmal ausgerastet – da gibt es andere Regisseure, was auch in Ordnung ist, das braucht es manchmal auch. Er ist immer relaxt, cool und sachlich. Er bringt dir das langsam ohne Stress bei und holt das so aus einem raus. Es ist wirklich eine tolle Arbeit mit ihm.

Musicalbühne, Fernsehen, Konzerte und Galas. Nebenbei lesen Sie noch Bücher für die Schweizer Blindenbibliothek ein. Was bedeutet diese Arbeit für Sie?
Jetzt nach der Premiere lese ich wieder mehr Bücher ein. Gerade an meinen freien Tagen oder am Abend. Das ist für mich ein super Ausgleich. Mal spannend, mal weniger spannend – aber das ist Geschmackssache. Vor kurzem habe ich von einem Blinden eine E-Mail bekommen. Er hört meine Bücher total gerne. Und dass er sich so an meine Stimme gewöhnt hat, war für mich ein schönes Feedback. Es ist eine andere Art Arbeit als auf der Bühne oder im Fernsehen, aber für mich eine ganz wichtige Arbeit. So ganz ohne Glamour. Und ich bin total stolz, dass ich da zum Team gehöre.

Rezension „My Fair Lady“:
Gelungen: „My Fair Lady“ in Walenstadt

Fotogalerie:
Fotogalerie zu „My Fair Lady“

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