Starke Cast: „Fame“ in Basel

Starke Cast: „Fame“ in Basel

Auf einer großen Bühne stehen und berühmt werden – dieser Traum verbindet die neuen Studenten der High School of Perfoming Arts, kurz P.A., in New York. Dass die Verwirklichung des Traums nicht ganz so einfach ist, wird den jungen Leuten sehr bald klar. Harte Arbeit, Tränen und Enttäuschungen aber auch Freundschaft, Liebe und Glück sind die neuen Begleiter für die nächsten vier Jahre.

Das Musical „Fame“ von José Fernandez (Buch), Jacques Levy (Songtexte) und Steve Margoshes (Musik) basiert auf dem gleichnamigen Film (Idee und Entwicklung: David da Silva). Das Musical feierte 1988 seine Premiere im Coconut Grove Playhouse in Miami und ist nun auch am Theater Basel zu sehen.

Ein Musical mit Tiefgang ist „Fame“ nicht, aber dennoch sind es die Erlebnisse der Studenten und Lehrer, die es interessant und abwechslungsreich machen. Regisseur Tom Ryser ist es gelungen, die Erlebnisse jedes einzelnen Charakters an der P.A. glaubhaft herauszuarbeiten, es aber dennoch als Geschichte miteinander zu verbinden. Dass Lehrer und Studenten in Englisch, Deutsch, Schweizerdeutsch, Österreichisch und Spanisch miteinander kommunizieren, ist gleichermaßen unterhaltsam und interessant. Die Choreografie von Lillian Stillwell (Cast) und Sanja Ristic (Crew) ist rundherum gelungen. Geschickt verbinden Stillwell und Ristic klassische und temporeiche Tanzszenen, die voller Lebendigkeit und Abwechslung sind.

Die „Fame“-Band unter der Musikalischen Leitung von David Cowan spielt großartig und lässt einen satten Sound aus dem Orchestergraben erklingen. Das Bühnenbild von Stefan Rieckhoff wirkt im ersten Moment durch die wenigen Requisiten und den einfach gestalteten Aufbau am Ende der Bühne etwas simpel, jedoch werden die einzelnen Szenen durch große weiß-rote Vorhänge unterteilt, die in verschiedenen Kombinationen eingesetzt werden und so ein wunderbares Gesamtbild ergeben. Ein kleines Manko bildet der Ton, dessen Abstimmung in der besuchten Vorstellung nicht ganz gelungen war, so dass die Darsteller nicht immer einwandfrei zu verstehen waren. Das die Microports in der besuchten Vorstellung leider etwas zu oft zu spät aufgemacht wurden, wirkte sich dabei nicht unbedingt unterstützend aus.

Tom Schimon zeigt als Nick Piazza – ein ehemaliger Kinderstar, der endlich ein ernst zu nehmender Schauspieler werden will – eine solide Darstellung und singt mit klangschöner Stimme. Großartig gibt Jeannine Michelle Wacker die junge Schauspielerin Serena Katz, die vom Mauerblümchen zu einer selbstbewussten jungen Frau wird. Vor allem bei dem Song „Think of Meryl Streep“ überzeugt sie mit ihrer charaktervollen Stimme und ihrem kräftigen Belt. José Vegas, ein Energiebündel voller Selbstvertrauen, dem von Anfang an klar ist, dass er die Aufnahme an die P.A. schafft, wird ausdrucksstark von Michael Heller verkörpert. Heller erntet genau wie Illjaz Jusufi, der den analphabetischen Tänzer Jack Zakowski verkörpert, für die Tanzeinlagen Szenenapplaus.

Carmen Diaz hat nur ein Ziel: berühmt zu werden. Dafür opfert sie alles, am Ende sogar ihr Leben, da sie den falschen Leuten vertraut. Andrea Sánchez del Solar gefällt mit ihrem dunkel legierten Timbre, das beim Titelsong „Fame“ (Dean Pitchford und Michael Gore) gut zur Geltung kommt. Essen ist die Lieblingsbeschäftigung von Mabel Washington, die sich dadurch selber immer wieder Steine in den Weg legt. Stefanie Köhm agiert stark und singt mit klarer eindringlicher Stimme. Glaubhaft gibt Tobias Bieri den stillen Musiker Schlomo Metzenbaum, der endlich durch eigene Projekte aus dem Schatten seines Vaters, der ein berühmter Geigenspieler ist, treten will. Ebenso gefallen Eva Patricia Klosowski als Iris Kelly, Charlotte Irene Thompson als Grace Lamb und Christian Menzi als Goodman King.

Rahel Fischer agiert als strenge Schulleiterin und Englischlehrerin Miss Esther Sherman überzeugend, hat sie doch nur das wohl ihrer Studenten im Sinn. Gefühlvoll intoniert sie den Song „These are my Children“. Dass ein Musikalischer Leiter auch schauspielern kann, zeigt David Cowan als Musiklehrer Mister Sheinkopf. Jennifer-Julia Caron verkörpert Tanzlehrerin Miss Greta Bell, die sich für die Talente ihrer Schützlinge einsetzt, auch wenn dafür lautstarke Auseinandersetzungen mit der Schulleiterin nötig sind. Als Schauspiellehrer Mr. Myers, der seinen Studenten einiges abverlangt, agiert Andreas Sigrist rollendeckend.

Unterstützt wird die harmonisch und stark agierende Cast durch eine Crew von Tänzern, Sängern, Musikern und Schauspielern, die aus Jugendlichen aus dem Raum Basel und der Region bestehen. Ein berührender Moment gelingt zum Schluss des Stücks mit dem Song „Bring on Tomorrow“, der vom ganzen Ensemble gesungen wird. Am Ende spendet das Publikum im Theater Basel begeistert Beifall.

Die Kommentare sind geschloßen.