Disney-Charme und kleine Sprachbarrieren – „Die Schöne und das Biest“ in Basel

Disney-Charme und kleine Sprachbarrieren – „Die Schöne und das Biest“ in Basel

Zweifelsohne stammen aus dem Hause Disney die schönsten Märchen und fantasievollsten Geschichten zu denen auch „Die Schöne und das Biest“ zählt. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Walt-Disney Zeichentrickfilm. Federführend für die Musicalversion sind Linda Woolverton (Buch) sowie Howard Ashman und Tim Rice (Texte). Für die Musik zeichnet sich Alan Menken verantwortlich, der für zahlreiche Disney-Filme wie zum Beispiel „Arielle – Die Meerjungfrau“, „Aladdin“ und „Pocahontas“ bereits acht Oscars gewann. Am 18. April 1994 feierte das Stück im Palace Theatre in New York seine Weltpremiere und war seither in 13 Ländern zu sehen. Zurzeit ist die Inszenierung des Budapester Operetten- und Musicaltheaters auf Tour und bis zum 13. Dezember 2015 im Musicaltheater Basel zu Gast.

Disney Die Schoene und das Biest
Enselmble ©Stefan Malzkorn

Die Weihnachtszeit ist immer auch die Zeit für Märchen und so erzählt „Die Schöne und das Biest“ die Geschichte von Belle und einem verwunschen Prinzen, der von einer Zauberin aufgrund seiner Oberflächlichkeit und Unfreundlichkeit in ein abscheuliches Biest verwandelt wurde. Bevor das letzte Blatt von einer verzauberten Rose fällt, muss das Biest von einem anderen Menschen ehrliche Liebe empfangen und diese auch selber geben. Belle, die auf der Suche nach ihrem Vater, in dem Schloss Unterschlupf findet, freundet sich mit den ebenfalls verwunschenen Dienern des Schlosses an. Nach und nach findet das Biest und Belle zueinander und gestehen sich am Ende ihre Liebe.

Das Ensemble besteht ausschliesslich aus Darstellerinnen und Darstellern des Budapester Operetten- und Musicaltheater, welche das Stück komplett in deutscher Sprache einstudiert haben. Trotz der über weite Strecken guten sprachlichen Umsetzung (Dialog Coach: Martin Harbauer) wirken Dialoge teilweise zu aufgesagt – es fehlt manchmal an Feinheit und Witz. Gerade in den Dialogen des Biests wird dies deutlich, wie zum Beispiel in der Szene als dieses mit Belle die Welt der Bücher erkundet.

Absolut gelungen sind die grossen Ensembleszenen (Choreografie: Éva Duda) wie bei „Sei hier Gast“. Die musikalische Umsetzung überzeugt auf ganzer Linie (Musikalische Leitung: László Makláry) und Dirigent Krisztián Balassa führt sein Orchester schwungvoll durch die Partitur. Das Bühnenbild ist für eine Tourproduktion enorm (Set Design: István Rózsa) und sorgt dank rotierender Drehbühne für Eindruck. Die hübsch anzuschauenden Kostüme von Erzsébet Túri vervollständigen den märchenhaften Gesamteindruck (Regie: György Böhm).

Disney Die Schoene und das Biest
Die Schöne und das Biest          ©Stefan Malzkorn

Als Biest zeigt Zsolt Homonnay eine gelungene Darstellung, einzig die schon erwähnte sprachliche Umsetzung trübt diesen Eindruck ein Stück weit. Mit klarer Stimme und ausdrucksstarkem Schauspiel gibt Kitti Jenes eine resolute Belle. Mit dem Song „Die Schöne und das Biest“ interpretiert Lilla Polyák als Madame Pottine den Titelsong auf starke und gefühlvolle Weise und berührt durch ihre Darstellung. Als Gaston, der vergeblich um die Gunst von Belle wirbt, und dessen Handlager Lefou gefallen Attila Németh und Attila Serbán. Als verwunschene Diener des Schloss zeigen Tamás Földes (Herr von Unruh), Ádám Bálint (Lumière), Gabriella Ábrahám (Babette), Ildikó Sz. Nagy (Mad. de la Grand Bouche) und Félix Horváth (Tassilo) eine gelungene Darstellung.

Insgesamt macht es Spass dem gesamten Ensemble auf der Bühne zuzusehen, denn „Die Schöne und das Biest“ ist eines der schönsten Märchen unserer Zeit. Das Publikum im Basler Musicaltheater applaudiert in der besuchten Vorstellung kräftig und zeigt sich begeistert.

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