Die „Päpstin“, Fulda 2013

Die „Päpstin“, Fulda 2013

In diesem Jahr geht die „Päpstin“ in ihre dritte Spielzeit und wieder feiert das Stück seine Premiere in Fulda. Desweiteren ist das Stück in diesem Jahr noch in Hameln (05. – 15. September 2013) und erstmals in München (21. – 29. September 2013) zu sehen sein.

Die Spotlight Musicalproduktion versprach einige Überraschungen und Änderungen, die das Stück in der Version 2013 weiter aufwerten sollen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, waren die Änderungen in diesem Jahr nicht ganz so umfangreich. Was dem Stück sicher gut tut, sind die teils neuen Orchester-Einspielungen. Die Songs klingen dadurch runder und voller – die Übergänge sind noch besser.

Eine weitere sichtbare Neuerung ist in der Schulszene der kleinen Johanna. Im Film muss Johanna durch einen Pechregen gehen, welchen die Jungen aus Eimern über sie leeren. Für Personen die den Film nicht kennen, ist die neue Szene besser zu verstehen, da die kleine Johanna von den Jungen gefesselt und gedemütigt wird. Neu wurden in dem Song „Ewiges Rom“ zwei römische Statuen hinzugefügt, welche die Einleitung und den Mittelteil singen. Eine Anpassung die nicht unbedingt nötig gewesen wäre, denn zum eigentlichen Verständnis der Geschichte trägt es nicht viel bei. Desweiteren gibt es einige Anpassungen in den Texten, welche aber nur dem Publikum auffallen, welches das Stück aus den Vorjahren kennt.

In der Cast von 2013 sind einige neue Darstellerinnen und Darsteller dabei. Anke Fiedler ist als Mutter/Marioza zu sehen. Einfühlsam als Mutter von Johanna und als Marioza eine geschäftstüchtige Puffmutter, die mit allen Wassern gewaschen ist. In beiden Rollen gelingt ihr eine hervorragende schauspielerische Leistung, gepaart mit klangschöner kräftiger Stimme. Bruno Grassini, als Vater von Johanna, steht der Leistung Fiedlers in nichts nach. In seinem Spiel gibt er den Vater nicht so übertrieben brutal, aber dennoch furchteinflössend. Mit starker Stimme interpretiert er das Lied „Wechselbalg“. Anna Müllerleile gelingt die Darstellung der boshaften und eifersüchtigen Richild (Gerolds Ehefrau) wunderbar. Ohne Mühe kann sie der Rolle ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Kaiser Lothar wird von Olaf Meyer gespielt. Den wankelmütigen, im Zwiespalt steckenden Herrscher gibt er überzeugend. Martin Rönnebeck zeigt als Papst Sergius eine gute Leistung, hat aber in seinem Spiel noch ein bisschen Luft nach oben.

Ansonsten setzt Spotlight auch in diesem Jahr auf bewehrte Darstellerinnen und Darsteller aus den Vorjahren. Als Päpstin Johanna zeigt Sabrina Weckerlin eine herausragende Leistung und überzeugt erneut mit ihrem starken einfühlsamen Schauspiel und einer grossartigen stimmlichen Darbietung. Mathias Edenborn ist als Markgraf Gerold nicht weniger stark und ergänzt sich wunderbar mit Weckerlin. Zu Begeistern wissen auch Lutz Standop als Anastasius und Andrea Pagani als Arsenius. Korrupt, hinterhältig und machtbesessen machen sie Päpstin Johanna das Leben schwer und versuchen alles und jeden zu sabotieren, der ihr wohlgesonnen ist und letztendlich gelingt ihnen dies auch.

Einfühlsam und väterlich gibt Claus Dam auch in diesem Jahr einen wunderbaren Aeskulapius. Er steht immer auf Johannas Seite und unterstützt sie wo er nur kann. Stimmlich kann er mit seiner warmen berührenden Stimme überzeugen. Einen Showstopper liefert erneut Dietmar Ziegler als Abt Rabanus mit seinem Song „Hinter hohen Klostermauern“. Nicht zu vergessen sind die Kinder. Denise Stüss als kleine Johanna und Finn McGilvrey zeigen eine tolle Leistung und haben sich den Applaus redlich verdient.

Auch im Jahr 2013 schickt sich die „Päpstin“ an ein Highlight im Musical-Kalender zu werden. Das Premierenpublikum spendete bereitwillig stehende Ovationen und feierte eine überzeugende Cast in einem grossartigen Stück.

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