„Die Päpstin“ – auch 2012 ein Musical-Highlight

„Die Päpstin“ – auch 2012 ein Musical-Highlight

Nach der letztjährigen erfolgreichen Spielzeit in Fulda feierte „Die Päpstin“ am 06. Juli ihre Wiederaufführung. Über 40 Änderungen im Vergleich zum letzten Jahr, kündigte Peter Scholz (Produktionsleiter) in der Ansprache am Premieren-Abend der Päpstin 2012 dem Publikum an.
Eines kann man gleich im Voraus festhalten – auch im Jahr 2012 ist „Die Päpstin“ ein Highlight! Spotlight konnte auf bewährte Darsteller aus dem letzten Jahr zurückgreifen u.a. Sabrina Weckerlin, Mathias Edenborn und Dietmar Ziegler – aber auch die Neuen der Cast ergänzen sich wunderbar mit den Darstellern aus 2011 u.a Claus Dam (Aeskulapius), Lutz Standop (Anastasius), Andrea M- Pagani (Arsenius) und Mara Dorn (Mutter/Marioza).

Bereits in der ersten Szene (Boten der Nacht) fällt auf, dass die Geschichte wie Johanna lesen und schreiben gelernt hat verändert wurde. So lernt Johanna das Lesen und Schreiben durch Beobachtungen wenn der Vater ihren Bruder Johannes unterrichtet und nicht wie ursprünglich von ihrem grossen verstorbenen Bruder Matthias.

Eine weitere grössere Veränderung gibt es bei der Hochzeit/Normannen-Szene. Wer das Stück aus dem letzten Jahr kennt, wird merken, dass die Hl. Katherina gestrichen wurde. Die Hl. Katherina war eine Nonne die Johanna seit ihrer Kindheit begleitet hat und gerade in der Szene als Johanna die Identität ihres Bruders Johannes annimmt, war das Auftauchen der Hl. Katherina berührend. Schade, dass darauf in der diesjährigen Version verzichtet wird.

„Zum Ruhme der Familie“ war im letzten Jahr zu oft als Reprise zuhören. Verkürzt wirkt das ganze flüssiger und nicht mehr so langatmig. Ein neues Quintett, ein Reprise von „Parasit der Macht“ wurde neu in das Stück integriert. Dieses Neuerung ist eine hervorragende Ergänzung und rückt den Machtkampf zwischen Johanna und Anastasius in ein deutlich interessanteres Licht.

Alle Änderungen können hier nicht aufgeführt werden, aber insgesamt gesehen haben diese dem Stück gut getan. Viele Übergänge konnten im Vergleich zum letzten Jahr flüssiger gestaltet werden und lassen das Stück runder wirken.

Mara Dorn bleibt rollenbedingt als Mutter etwas schwach, kann jedoch als Marioza dem Charakter der „Puffmutter“ entsprechend durch starkes Schauspiel und mit verführerischen Stimme überzeugen. Der Vater wird am Premierenabend von Kristian Vetter gespielt, der ebenfalls Papst Sergius spielt. Als Vater fehlt ihm noch die gewisse Aggressivität sowohl in Stimme als auch im Schauspiel die für diese Rolle nötig ist. Als Papst Sergius kann er durchaus überzeugen, auch wenn er die Rolle einen Tick zu spassig anlegt. Leon van Leeuwenberg spielte die anderen Vorstellungen als Vater / Papst Sergius. Er bringt die nötige Aggressivität in die Rolle des Vaters ein und ist stimmlich stark, auch wenn er einen gröberen Texthänger hatte.

Sabrina Weckerlin kann auch in diesem Jahr als Johanna auf ganzer Linie überzeugen. Ebenso wie Mathias Edenborn als Gerold. Beide harmonieren stimmlich perfekt miteinander und hinterlassen einen noch stärkeren Eindruck als im Vorjahr. Als alternierende Päpstin schafft es Sophie Berner mit tiefer und sanfter Stimme zu überzeugen. Sie agiert mit nuanciertem Schauspiel – es macht richtig Freude ihr zuzusehen.

Aeskulapius, der väterliche Beschützer und Freund von Johanna, wird von Claus Dam schauspielerisch stark und mit sanfter Stimme verkörpert. Lutz Standop gibt den Anastasius. Die Entwicklung vom schüchternen jungen Mann zum einem machthungrigen Mensch spielt er überzeugend. Andrea M. Pagani als Arsenius ergänzt das Zusammenspiel zwischen Vater und Sohn perfekt. Beide gefallen besonders bei dem Reprise von „Parasit der Macht“. Dietmar Ziegler ist wie im letzten Jahr als Fulgensius / Abt Rabanus zu sehen und sorgte einmal mehr mit seinem Song „Hinter hohen Klostermauern“ für einen Showstopper.

Ein gut harmonierendes Ensemble, Änderungen die dem Stück gut getan haben, die Geschichte um Johanna und eingängige Melodien machen „Die Päpstin“ auch 2012 zu einem Highlight im Sommermusical-Kalender. Bis 12. August 2012 noch im Stadttheater Fulda und vom vom 18. August bis 16. September 2012 in Hameln zu sehen.

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