Tafelrunde goes Musical: “Artus – Excalibur” in St. Gallen

Tafelrunde goes Musical: “Artus – Excalibur” in St. Gallen

Artus und die Ritter der Tafelrunde, das Schwert Excalibur, Camelot und der Zauberer Merlin – eine fantastische Sage, von der fast jeder schon einmal in seinem Leben gehört haben dürfte und über die unzählige Verfilmungen und Bücher existieren. Liebe, Freundschaft, Vergeltung und Magie sind die Bestandteile des neuen Musicals „Artus – Excalibur“, das jetzt am Theater St. Gallen zur Uraufführung gekommen ist.

Patrick Stanke (Artus). Foto: Andreas J. Etter
Patrick Stanke (Artus). Foto: Andreas J. Etter

Das Buch von Ivan Menchell erzählt die Geschichte um Artus auf eine moderne Weise, ohne die Epoche außer Acht zu lassen. So zeigen die ausgezeichnet geschriebenen lyrischen Texte, in welcher Zeit die Geschichte von Artus spielt. Die eine oder andere kleinere Länge im Stück fällt dabei kaum ins Gewicht. Die Songtexte aus der Feder von Robin Lerner treiben die Erzählung gelungen voran, was sicher auch der überzeugenden Übersetzung von Nina Schneider zu verdanken ist. Ein Traum ist die Musik von Frank Wildhorn. Er spielt mit verschiedenen Genres und lässt immer wieder keltische Klänge in die Musik mit einfließen, wenngleich ein Song fehlt, der sich im Gehör festsetzt. Der Musikalische Leiter, Koen Schoots, bringt die Melodien mit seinen gelungenen Arrangements auf den Punkt. Die musikalische Umsetzung des Sinfonieorchesters ist ein Genuss für die Ohren. Schoots dirigiert die Musiker sicher, sauber und mit Drive durch das Stück. Der Chor des Theaters glänzt mit seinen klangvollen Darbietungen. Der Ton gefällt über weite Strecken, vereinzelt wird der Gesang allerdings zu sehr vom Orchester übertönt.

Patrick Stanke (Artus) und Annemieke van Dam (Guinevere). Foto: Andreas J. Etter
Patrick Stanke (Artus) und Annemieke van Dam (Guinevere). Foto: Andreas J. Etter

Der Regisseurin Francesca Zambello ist eine lebendige Inszenierung gelungen, die Übergänge sind flüssig und in sich harmonisch. Während die Hauptrollen durch gute Personenführung gefallen, vermisst man diese ein bisschen bei den Nebencharakteren. Die Ensembleszenen sind eindrucksvoll und die lebendige Choreografie von Eric Sean Fogel sowie die einstudierten Kampfszenen von Rick Sordelet erweisen sich als sehenswert und sorgen für reichlich Abwechslung. Für das Bühnenbild zeichnet Peter J. Davison verantwortlich. Drei große Holzelemente, mittig jeweils mit einem großen Kreuz, rahmen die Bühne ein. Die Tafelrunde, ebenfalls aus Holz, fährt aus der Unterbühne hervor. Davison hat aber nicht nur viel mit Holz gearbeitet, sondern nutzt auch Elemente wie beispielsweise eine Art Kupferbeschichtung für Artus’ Thron. Merlins Labor ist ebenfalls ein Hingucker. Ergänzt wird das Bühnenbild durch die sehenswerten Videoprojektionen von S. Katy Tucker und dem stimmigen Lichtdesign von Mark McCullough, das einzelne Szenen noch stärker wirken lässt. Sue Willmington benutzt für ihre Kostüme moderne Stoffe und Schnitte.

Auch optisch hat "Artus - Excalibur" etwas zu bieten. Foto: Andreas J. Etter
Auch optisch hat „Artus – Excalibur“ etwas zu bieten. Foto: Andreas J. Etter

Mit Patrick Stanke, Mark Seibert, Thomas Borchert, Annemieke van Dam und Sabrina Weckerlin konnte das Theater St. Gallen eine namhafte Darstellerriege verpflichten. Patrick Stanke zeigt als Artus eine überzeugende Darstellung gepaart mit einer sicher geführten klangvollen Stimme. Mühelos gelingt ihm der Wandel des zuerst unsicheren Zweiflers, der mit seinem Schicksal hadert, und letztendlich mithilfe von Liebe und Freundschaft die Rolle des Königs annimmt. Guinevere ist die große Liebe von Artus. Voll Trauer über den Tod ihres Vaters, schöpft sie in der Liebe zu Artus neue Hoffnung. Doch der Tod von dessen Ziehvater Ector verhindert zuerst das große Glück. Annemieke van Dam gefällt mit ihrem klaren Sopran und ihrer gefühlvollen Darstellung. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Guinevere und der Freundschaft zu Artus, muss sich Lancelot für einen Weg entscheiden. Mark Seibert punktet als Lancelot durch eine großartige aber dennoch sensible schauspielerische Leistung und mit seiner ausdrucksstarken Stimme.

Merlin ist für Artus eine Leitfigur, die ihm unterstützend zur Seite steht. Doch üble Machenschaften und schwarze Magie kosten ihn die Zauberkraft. Als Merlin zeigt Thomas Borchert eine eindrückliche Darstellung. Mit seinem besonderen Timbre verleiht er seiner Rolle einen ganz eigenen Charakterzug. Mit beeindruckender Bühnenpräsenz und energiegeladener Stimme gibt Sabrina Weckerlin die Rolle der Morgana, die Artus zur Last legt, dass sie als Kind von ihrem Vater verstoßen wurde. Sie sinnt auf Rache, für die ihr jedes Mittel recht ist. In weiteren Rollen gefallen Alexander Bellinkx als Ector, Robert Johansson als König Loth und Kevin Foster als Sir Gareth.

Insgesamt steht in St. Gallen ein harmonisch und stark agierendes Ensemble auf der Bühne, dem es gelingt, für eindrucksvolle Momente zu sorgen. Das Premierenpublikum spendet zu Recht minutenlagen Applaus.

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