Sehenswerte Inszenierung: „Aida“ in Balzers

Sehenswerte Inszenierung: „Aida“ in Balzers

Im Gemeindesaal von Balzers (Liechtenstein) hat die Liechtenstein Musical Company das Musical „Aida“ in einer Inszenierung von Tino Andrea Honegger auf die Bühne gebracht. Das Stück von Elton John und Tim Rice erzählt die Geschichte der nubischen Prinzessin Aida, die sich in den ägyptischen Feldherrn Radames verliebt, der aber schon an die ägyptische Prinzessin Amneris vergeben ist. Als er die Liebe Aidas erwidert, ist das Drama vorprogrammiert.

Susanne Rieger als Aida mit Ensemble beim Mandeltanz, Foto: Daniel Schwendener

Jakob Schönenberger kreierte zur Handlung passende 3D-Videoprojektionen. Dadurch sind flüssige Szenenwechsel möglich und die wenigen Requisiten bilden eine perfekte Ergänzung. Barbara Fretz entwarf sehr schön anzusehende Kostüme – etwas irritierend sind lediglich die Anzughosen und weißen Hemden, die die Diener des Pharaos in einigen Szenen tragen. Die elfköpfige Band unter der Leitung von Josef Heinzle lässt satten und wohlklingenden Sound aus dem Orchestergraben erklingen.

Tino Andrea Honegger hat mit der Darstellerriege aus Laien, Semiprofis und Profis eine Einheit auf der Bühne geformt. Unterstützt durch die mitreißende Choreografie von Igor Barberic ist eine sehenswerte und gefühlvolle Inszenierung entstanden – ein gelungenes Regiedebüt, das Honegger hier abgelegt hat.

Susanne Rieger hinterlässt als Aida einen bleibenden Eindruck. Ihre wahre Herkunft kann

Rahel Fischer - Amneris
Rahel Fischer als Amneris,
Foto: Daniel Schwendener

Aida nicht preisgeben und ihr Volk will sie nicht im Stich lassen. Hin- und hergerissen zwischen Liebe und Pflichtbewusstsein berührt Rieger mit ihrer klassisch geschulten Stimme. Rahel Fischer glänzt als verwöhnte Pharaonentochter Amneris. Durch ihr nuanciertes Schauspiel stellt sie die Wandlung der Amneris glaubhaft dar und kann mit klangschöner Stimme punkten. Den hervorragenden Leistungen der beiden Damen steht Julian David als Radames – dessen Zukunft von Ziehvater Zoser perfekt vorausgeplant ist, bis er auf Aida trifft – in nichts nach. Als besonders schön bleiben die Songs „Einen Schritt zu weit“ und sind „Sind die Sterne gegen uns“ in Erinnerung.

Julian David - Radames
Julian David als Radames,
Foto: Daniel Schwendener

Zoser, der bösartige Strippenzieher im Hintergrund, wird stimmgewaltig von Christian Büchel dargestellt. Oliver Martin als nubischer Sklave mit kleinen Privilegien und Michele Möhr als Nehebka zeigen beide ebenfalls sehr gute Leistungen. Alois Wille als Pharao und German Foser als Amonasro, der mit seinem Schweizer Akzent für kurze Erheiterung im Publikum sorgt, zeigen in ihren Sprechrollen gelungene Darbietungen. Mit grandioser Leistung, unter anderem beim Mandeltanz, überzeugt aber auch das Tanzensemble auf ganzer Linie.

Einen Wermutstropfen bildet am Premierenabend einzig der Ton, der zwischen Darstellern und Musikern nicht wirklich befriedigend abgemischt ist, so dass der Gesang von der Musik in manchen Passagen übertönt wird. Doch dies trübt den Gesamteindruck nicht – das Premierenpublikum spendet begeisterten Beifall.

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